vorwärts/rückwärts
Eric Meier
Zum 40. Jahrestag der DDR im Oktober 1989 prägte Erich Honecker die Losung „Vorwärts immer, rückwärts nimmer“. Wenig später fällt die Berliner Mauer und die DDR kollabiert. Ihre Zeit war abgelaufen, obwohl sie zeitlos gedacht war. Geblieben sind urbane Räume, die als gebaute Utopien einst Zukunft versprachen und plötzlich als gescheitert galten. Eric Meier erinnert in seinem Bildessay, dass auch politische Umbrüche die Halbwertszeit von Meisterwerken bedingen.
Der Klassiker „Man zeigt nicht
mit nacktem Finger auf
angezogene Leute“ zählt nur
noch bedingt.
In Gesellschaften
kann aus „social warming“ schnell
„social warning“ werden.
Im Dickicht der immer wieder aufkeimenden Deutschtümelei.
Eine Epoche,
die besser da bleibt,
wo sie war.
Was soll und kann noch passieren?
Vielleicht hilft auch einfach mal der Schrei
AAA AAA AAA.
Bildliste:
- (1) (im Hintergrund) vorwärts/rückwärts, 2025 — 32 x 4,5 x 0,5 cm, insitu Wandgravur ↩
- (2) Komplexe/Complexe (WK V), 2025 — 60 x 41 x 36 cm, deformierter Glasbaustein, Beton ↩
- (3) Auf Gute Nachbarschaft, 2019 — je 16 x 13 x 8 cm, Betonguss, Armierungseisen ↩
- (4) social warming II, 2025 — fusionierte Sternburg-Bierflaschen ↩
- (5) Landschaft (gefangen), 2022 — 59 x 79 cm, S/W Pigmentdruck ↩
- (6) Spinne, 2021 — 85 x 60 cm, S/W Pigmentdruck ↩
- (7) Eiche, 2019 — 168 x 120 cm, S/W Pigmentdruck ↩
- (8) Komplexe/Complexe (WK VI), 2025 — 54 x 33 x 19 cm, deformierter Glasbaustein, Beton ↩
- (9) Access All Areas (AAAAAAAAA), 2024/2025 — 410 x 75 x 0,5 cm, insitu Wandgravur, Basel Social Club ↩
Eric Meier, geboren 1989 in Ost-Berlin und aufgewachsen in Frankfurt/Oder, studierte Fotografie und Bildhauerei an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig sowie an der Ostkreuzschule für Fotografie und an der Universität der Künste in Berlin. Ein wiederkehrendes Thema in seinen künstlerischen Arbeiten ist der Verlust von gemeinschaftlichen Utopien durch tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche. Meiers Werke sind u.a. in der Staatlichen Kunstsammlung Dresden sowie in der Bundeskunstsammlung vertreten.